Bio-Deutsch

Fabio Costa (São Paulo, 1971) hat als Dirigent ca. 300 Dirigate und 500 Werke zwischen den Sparten Sinfonie und Oper mit einem Publikum von über 150.000 Zuhörer zu verzeichnen; als Komponist ist er Preisträger verschiedener Auszeichnungen und Wettbewerbe und ist im Bereich Intonation und Harmonik an der Front von wegweisenden internationalen Projekten beteiligt. Seit 2015 lebt und arbeitet Costa in Berlin und hat Lehraufträge (Korrepetition) an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn in Leipzig (ab März 2016, Klassen Matthias Oldag, Martin Schüler, Matthias Winter, Roland Schubert) und an der UdK Universität der Künste in Berlin (ab November 2016) auch in Kursen in Zusammenarbeit und an der Berliner Staatsoper.

Mit dem in 2008 gegründeten “major” brasilianischen Orchester "Filarmônica de Minas Gerais", hat Costa in über 60 Dirigaten ein Publikum von mehr als 80.000 Zuhörer erreicht, durch Sinfoniekonzerte, Oper, Familien-, Gesprächs- und didaktische Konzerte, sowie eine Reihe von über 30 Open-air Aufführungen für großes.

Als Gastdirigent hat Costa mit den meisten brasilianischen Orchester aufgetreten: São Paulo Sinfonieorchester, Paraná Sinfonieorchester, Ribeirão Preto Sinfonieorchester, São Paulo Radio-Sinfonieorchester (Sinfonia Cultura), Sinfonieorchester der Universität São Paulo (OSUSP), Orquestra Petrobrás Sinfônica, Orquestra Experimental de Repertorio (São Paulo Akademisches Orchester), sowie Mendoza Sinfonieorchester (UnCuyo - Argentinien) unter anderen.

Im Bereich Oper hat Costa erfolgreiche Produktionen einstudiert und/oder geleitet in Häusern wie Palácio das Artes (Belo Horizonte) und der Manaus Oper mit z.B.Macbeth und Gomes' Fosca; zu seinem Opern-Repertoire zählen unter anderem Otello, Aida, Traviatta, Trovatore, Rigoletto La Bohème, Gianni Schicchi, Tosca, Madame Butterfly, Pagliacci, Cavalleria Rusticana, Die Fledermaus, Die Lustige Witwe, Tannhäuser, Der Fliegende Holländer, Tristan und Isolde, Hänsel und Gretel, Ariadne auf Naxos, Gioconda, Werther, Carmen, Fidelio, Il Barbiere di Siviglia, Viaggio a Reims, Le Nozze di Figaro, Zauberflöte, Don Giovanni. Im Zeitgenössichen hat Costa die Uraufführung von Die Verwandlung von B. R Deutsch geleitet.

In den Vereinigten Staten (USA) war Costa zwischen 2000 und 2003 als Associate Conductor mit dem Spokane Symphony Orchestra und als Director of Orchestras beim Eastern Washington University, WA tätig – für diese Stelle aus über 60 Bewerbern ausgewählt. Dortige Aktivitäten umfassten über 70 Aufführungen im Bereich Symphonie, Populär-Konzerte (“Pops”), Familien- und Didaktische Konzerte in einer breiten Palette von Musikstilen, die ca. 70.000 Zuschauern hatten.

Sein frühes Interesse für die Komposition hat zu einem umfassenden Repertoire geführt. In den letzten 10 Jahren hat Fabio Costa sich intensiv mit erweiterter Harmonik beschäftigt, insbesondere innerhalb der 31-gleichstufigen Unterteilung der Oktave. Daraus entstand die Kollaboration mit der Huygens-Fokker Stiftung, als November 2015 seine "Aphoristische Madrigale" für SATB soli und Fokker-Orgel im Muziekgebow an 't Ij in Amsterdam mit dem von ihm mitbegründeten, bahnbrechenden "Vokalprojekt 31" unter seiner Leitung gegeben wurde - und im April 2017 erneut als Gast mit "and while there he sighs" für Fokker Orgel und Alto solo. In 2011 wurde er Preisträger des Wettbewerbes der Brasilianischen Biennale Zeitgenössischer Musik mit "In 4 Dimensionen" für Orchester. Der Komponistenpreis der Brasilianischen Akademie der Musik erhielt er 2008 für sein Werk "Psalmen für die Erde" verliehen – eine Choralkantate in einem erweiterten 19-Limit tonalen System.

Als Zwischenstation und in Zusammenhang mit der Geburt seins Sohnes Natan hat Costa zwischen 2011 und 2104 ein erfolgreiches Musikunternehmen in São Paulo gegründet, aufgebaut, der im hochkompetitiven Markt sich schnell etabliert hat. Costa hat einen (latu-sensu) MBA in Business Management bei der renommierten FGV-Stiftung in Brasilien.

Fabio Costa wurde in Masterclasses bei Kurt Masur mit dem São Paulo Symphonieorchester (2001 und 2003) betreut. Bei der Academia Chigiana (Siena, Italien), hatte Costa 2005 Gianluigi Gelmetti als Mentor. Im Jahr 2001 hat Costa am National Conducting Institutein Washington DC bei Leonard Slatkin und dem National Symphony Orchestra, des Kennedy Centers teilgenommen.

Erste intensive dirigentische Erfahrungen hat Fabio Costa 1999-2000 als Associate Conductor des Ribeirão Preto Symphonieorchester (São Paulo, Brasilien) gesammelt, mit über 25 Dirigaten durch einen Querschnitt des Standardrepertoire vom Barock bis zum 20. Jahrhundert.

Fabio Costa studierte an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien (1996-1999) als Stipendiat des brasilianischen Bildungministerium (CAPES) in den Klassen Uros Lajovic (Dirigieren) und Konrad Leitner (Oper). Während des Studiums beteiligte er sich in Produktionen von Die Zauberflöte, Le Nozze di Figaro, La Bohème und leitete die Welt-Premiere von “Die Verwandlung” (Bernd Richard Deutsch).

1995/96 hat der Oboist Costa sich als Stipendiat der VITAE-Stiftung (Brasilien) an der Budapester Franz Liszt Musikakademie spezialisiert, hat einen Bachellor’s in Oboe Performance (São Paulo, 1994), war mehrere Jahre als Solo-Oboist beim OER-Orchester (São Paulo, 1989-1995) tätig und ist oft als Solist aufgetreten (Mozart, Strauss Oboenkonzerte usw.) – hat aber auch als Bratschist im Orchester seine Erfahrung gemacht.

Sein Weg zur Musik ist stark von dem 2-Jährigem Aufenthalt in Deutschland als 11- bis 12-Jähriger und anschliessender Besuch einer Deutschen Schule in Brasilien beeinflusst. Costa ist ein italienischer Staatsbürger und spricht fließend Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesich, Französisch und Ungarisch.

(Stand: Juli 2017)